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Schauspiel fragt: Wie wollen wir miteinander leben?

Theater in Niedersachsen

Noch Karten erhältlich für „Blind“erhältlich

GARBSEN (stp). Das Kulturbüro präsentiert am Sonnabend, 21. Februar, um 19 Uhr „Blind“ in einer Inszenierung von Annalena Köhne für das Theater für Niedersachsen in der Aula/Mensa im Schulzentrum I, Planetenring 7. Es gibt noch Karten auf www.garbsen.de/onlinetickets und im Kulturbüro im Rathaus, das montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet hat.

Um 18.30 Uhr bietet das Theater für Niedersachsen Interessierten eine kostenlose Einführung an. Für das leibliche Wohl sorgt die Kellerbühne Garbsen.

„Wie sollen wir miteinander leben?“, fragt die meistgespielte niederländische Dramatikerin Lot Vekemans in ihrem Stück, das 2023 uraufgeführt wurde. Sie zeigt auf eine sehr menschliche Weise die unvereinbar scheinenden Haltungen, die in vielen Familien und Freundeskreisen für Dissens und Konflikt sorgen.

Die Erfolgsdramatikerin Lot Vekemans trifft mit ihrem Stück „Blind“ den Nerv der Zeit. Mit großer Sensibilität erzählt sie von Vater und Tochter, gespielt von Gotthard Hauschild und Linda Riebau, die scheinbar unvereinbare Haltungen zu gesellschaftlichen und politischen Themen haben, und fragt, wie diese Konflikte überwunden werden können. Sie gibt Einblicke in die familiäre Beziehung, die menschlicher und tiefer kaum sein könnte.

Richard lebt seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen und wird von seiner Haushälterin versorgt. Als diese nicht erscheint, nimmt er seine Tochter Helen in die Pflicht, ihn zu versorgen. Zwischen Vater und Tochter herrschte lange Funkstille, trennt die beiden doch mehr, als sie verbindet. Richard – als ehemaliger erfolgreicher Ingenieur für Wasserwirtschaft immer noch mit einem großen Ego ausgestattet – respektiert weder Helens idealistische Berufsauffassung als Anwältin, noch die Wahl ihres Ehemannes, eines Schwarzen Intellektuellen. Helen wiederum wirft ihm vor, sich den Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft zu entziehen, in der bewusster über Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und Rassismus nachgedacht wird und in der nur der sorgsamere Umgang mit den knappen Ressourcen der Natur die Existenz nachfolgender Generationen garantiert. Eine Auseinandersetzung kommt in Gang, in der beide miteinander kämpfen –  sprachlich gewandt, politisch und sehr persönlich: um ihre Souveränität, um ihre Überzeugungen, um ihr selbstbestimmtes Leben. Aber auch um ihre Zuneigung und Liebe als Vater und Tochter.