Mit schwarzem Humor: Klassiker der modernen Beziehungsdramatik ist in der Aula/Mensa zu sehen
GARBSEN (stp). Auf Einladung des Kulturbüros der Stadt Garbsen zeigen das Renaissance-Theater und das Euro-Studio Landgraf „Fräulein Julie“ in der Aula/Mensa des Schulzentrums I am Planetenring 7. Das komplexe Psychodrama ist reizvoll, aufwühlend und brillant und am Sonnabend, 7. November um 19 Uhr zu sehen. Karten gibt es auf www.garbsen.de/onlinetickets und im Kulturbüro der Stadt Garbsen.
Fräulein Julie, Tochter eines Grafen und Gutshofbesitzers, gespielt von Judith Rosmair, ist zwar privilegiert, würde aber am liebsten das enge Gefängnis der Standesgrenzen sprengen. Diener Jean, gespielt von Dominique Horwitz, träumt dagegen von sozialem Aufstieg und Prestige. Beide vereint die unbefriedigte Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und das verzweifelte Streben nach Individualität. In der spannungsvollen Mittsommernacht beginnen sie ein gefährliches Liebesspiel zwischen Begehren und Abweisung, Macht und Ohnmacht. Julie und Jean suchen die Flucht nach außen, verirren sich aber im Inneren ihrer Gefühle und Wünsche.
Strindbergs 1888 entstandenes und damals als Skandal empfundenes Stück über das Spannungsverhältnis zwischen Mann und Frau und um das Ringen mit sich selbst zählt mittlerweile nicht nur zu den meist gespielten Werke des schwedischen Schriftstellers, sondern auch zu den Klassikern der modernen Beziehungsdramatik überhaupt. Strindberg entfaltet mit geschliffener Klinge und nicht ohne schwarzen Humor einen Kampf der Geschlechter.
Im Anschluss an die Vorstellung, die ohne Pause gespielt wird und 75 Minuten dauert, bietet das Ensemble Interessierten ein kostenloses Nachgespräch an. Für das leibliche Wohl sorgt die Kellerbühne Garbsen. Karten für 26, 24 oder 22 Euro gibt es auf www.garbsen.de/onlinetickets und im Kulturbüro im Rathaus, das Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr öffnet.
