„Ich möchte den Urknall hören“
Der Freundeskreis Garbsen verleiht den Ehrenring 2026 am 12. November an den weltweit renommierten Physiker Karsten Danzmann. Ein Interview.
Der weltweit renommierte Physiker Karsten Danzmann wird der 20. Träger des Ehrenringes Garbsen. Der Freundeskreis Garbsen ehrt den Wissenschaftler, der als Vater der Gravitationswellenforschung in Deutschland gilt, am Donnerstag, 12. November, mit einem Festakt im Rathaus. Wer ist der Forscher, was treibt ihn an? Was sind seine Visionen? Und was bedeutet ihm der Preis? Ein Interview.
Ob Gravitationswellen-Nachweis oder Satellitenmissionen: Herr Danzmann, Sie waren und sind ein wichtiger Antreiber für spektakuläre Forschung. Sie gehören zu dem weltweiten Team von Wissenschaftlern, denen 2015 der Nachweis von sogenannten Gravitationswellen gelungen ist, nach jahrzehntelangen vergeblichen Versuchen. Wie lief das ab, wie haben Sie persönlich das erlebt? Und wer gehörte mit zum Team?
Bereits Albert Einstein hatte vor mehr als 100 Jahren in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie die Existenz solcher Wellen theoretisch vorhergesagt. Belegen ließ sich dieses Phänomen allerdings erst 2015: Zwei Jungforscher, sogenannte Postdocs, aus unserem Institut in der Callinstraße 38 in Hannover, machten am 14. September 2015 die erste Beobachtung einer Gravitationswelle, die von Detektoren des sogenannten LIGO Observatoriums gemessen wurde.
Wie war das möglich?
Dazu wurden kilometerlange Messinstrumente in den USA gebaut. LIGO ist übrigens die Abkürzung für “Laser Interferometer Gravitationswellen Observatorium”. Offenbar waren diese Gravitationswellen durch die Kollision zweier Schwarzer Löcher erzeugt worden. Sie verschmolzen etwa 1,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt miteinander. Die dabei freiwerdende Energie war unvorstellbar groß.
