Aktuelles Kommunales Kultur

Evangelische Jugend Hannovers unterstützt friedliche Proteste junger Menschen am 31. Oktober

Friedlicher Protest Foto: pexels-mikael-blomkvist-8684756

Hannover, 29. Oktober 2026. Wer am Samstag friedlich für seine Anliegen demonstriert,
hat die Evangelische Jugend Hannovers (ejh) an seiner Seite. Der Verband schließt sich
damit den Stellungnahmen der Arbeitsgemeinschaft der Ev. Jugend in Deutschland (aej)
und des Deutschen Bundesjugendrings an. An Gründen für den Protest fehlt es nicht:
Manche Schulgebäude warten seit Jahren auf ihre Sanierung, Auszubildende und
Studierende suchen vergeblich nach einem Zimmer, das sie bezahlen können, und in
vielen Familien ist das Geld für die Klassenfahrt schlicht nicht mehr da.
„Junge Menschen wissen sehr genau, was in ihrem Leben nicht funktioniert“, sagt
Landesjugendpastorin Miriam Heuermann. „Dass sie dafür jetzt auf die Straße gehen, ist
kein Alarmzeichen für die Demokratie. Alarmierend wäre, wenn sie es für sinnlos
hielten.“
Die ejh fordert, Geld dorthin zu lenken, wo Kinder und Jugendliche aufwachsen: in die
Schulen und in eine verlässliche Kinder- und Jugendhilfe, ebenso in Wohnraum, den sich
junge Menschen leisten können. Gegen Kinder- und Jugendarmut braucht es wirksame
Instrumente. „Wer heute an Kindern und Jugendlichen spart, um ihnen später etwas zu
ersparen, schickt ihnen die Rechnung bloß früher“, so Heuermann.
Marten Siegmund, Vorsitzender der Evangelischen Jugend Hannovers, kennt das aus
seinem Umfeld: „Viele in meinem Alter rechnen ständig, ob es noch für das WG-Zimmer
reicht oder für die Sommerfreizeit. Wir gehen auf die Straße, weil wir eine Zukunft
wollen, die wir uns leisten können.“
Die Unterstützung der ejh gilt ausdrücklich dem friedlichen und selbstbestimmten
Protest junger Menschen. Für Gewalt ist bei diesen Demonstrationen kein Platz, und
auch nicht für Gruppen, die Menschenrechte oder Demokratie infrage stellen oder junge
Menschen für eigene Zwecke instrumentalisieren. Umgekehrt darf niemand, der
friedlich demonstriert, wegen der Bilder aus anderen Ländern unter Generalverdacht
geraten. „Versammlungsfreiheit gilt für eine Fünfzehnjährige genauso wie für alle
anderen“, sagt Heuermann. „Nach diesem Samstag sollte die Politik über die
Forderungen junger Menschen und vor allem mit ihnen reden.“
Dass die Kundgebungen ausgerechnet auf den Reformationstag fallen, ist ein schöner
Zufall. Widerspruch gegen Verhältnisse, die Menschen klein halten – das gehört zum
Kern evangelischer Tradition.