Künstlerinnen nehmen die Themen Menschenrechte und Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen in den Fokus. Vernissage am 21. November, 11 Uhr
Garbsen. Zwei Frauen, eine Ausstellung: Shahin Hesse und Jutta Grätz präsentieren in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung „Frauen.Leben.Freiheit“ ganz persönliche Werke. Beide Frauen sind so unterschiedlich wie ihre Geschichten, ihre Ausdrucksformen, ihre Techniken. Die beiden Künstlerinnen kommen aus zwei Generationen, Ländern und Kulturkreisen. Was sie eint, ist ihre Kunst für eine offene, friedliche und solidarische Gesellschaft. In der Mädchen und Frauen den gleichen Wert haben wie Jungen und Männer, in der sie gleiche Rechte und Chancen bekommen. Der Zeitpunkt dieser Ausstellung in der Galerie von Shahin Hesse am Fiernhagen 32 in Altgarbsen könnte nicht passender gewählt sein: Die Eröffnung am Sonnabend, 21. November, 11 Uhr, fällt nur wenige Tage vor den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November, den sogenannten Orange Day. Gleichzeitig jährt sich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zum 78. Mal. Verkündet am 10. Dezember 1948, zählt sie zu den wohl bekanntesten Dokumenten der Welt. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es im ersten Artikel. Die Erklärung der Menschenrechte manifestiert das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, das Recht auf Bildung, freie Entfaltung der Persönlichkeit.
Das sind die Künstlerinnen
Beide Künstlerinnen leben in Garbsen. Und sie wollen mit ihrer Ausstellung „Frauen.Leben.Freiheit“ ein Zeichen setzen, ein Plädoyer für Menschenrechte und Gleichberechtigung. Mutig und laut benennen sie ihre Themen – mal ganz direkt und provozierend, mal sehr subtil und verschlüsselt, aber immer mit voller Wucht. Finissage ist am Sonntag, 20. Dezember,um 15 Uhr. Die Ausstellung ist jeweils freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.
Zitat:
“Freiheit ist kein abstrakter Begriff – sie hat ein Gesicht, eine Stimme, eine Körperlichkeit, die wir mit unseren Werken zum Ausdruck bringen wollen.”
Shahin Hesse stammt aus dem Iran und lebte in Teheran. Sie gehört einer religiösen Minderheit an, die in ihrer Heimat verfolgt wird. In ihren oft biografischen Bildern nimmt sie insbesondere ihre Flucht 1979 und die Gründung einer neuen Existenz in Deutschland in den Fokus. Ihre meist abstrakten Gemälde mit figuralen Elementen haben zumeist eine poetische Komponente. Sie sind farbstark, expressiv und überwiegend großformatig. Shahin Hesse malt hauptsächlich mit Acrylfarben. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (HBK) und ist Mitglied im Bund Bildender KünstlerInnen (BBK). 2016 eröffnete Shahin Hesse ihre Galerie in Altgarbsen. Die Künstlerin hat bereits national und international ausgestellt, unter anderem in Italien, Frankreich und Großbrittanien.
Jutta Grätz ist seit mehr als 30 Jahren als Autorin und freiberufliche Journalistin tätig. Sie malt, schreibt und fotografiert. Und ob in den Sujets Architektur, Menschen oder Natur – ihre Fotografie ist nach eigenen Angaben bestimmt von einem Satz des Fotografen Henri Cartier-Bressons: „Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher, das andere blickt in die eigene Seele. Sie arbeitet oft dokumentarisch und inituitiv. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung zeigt sie Motive von starken Frauen, Stadtleben in Garbsen und anderswo bis hin zu Wolken, als ganz persönlichen Ausdruck von Freiheit. Beide Frauen sind Mitglied im Kulturnetzwerk Garbsen.
Freiheit ist für beide Künstlerinnen kein abstrakter Begriff. „Sie hat ein Gesicht, eine Stimme, eine Körperlichkeit, die wir mit unseren Werken zum Ausdruck bringen wollen“, sagen beide unisono. Dabei nimmt die Fotografie meist den realen Augenblick in den Blick, die Malerei die innere, oft ganz persönliche Perspektive. Auf Emotionen, Träume, Schmerz, Kraft, und Visionen, jenseits von Rollenbildern und mit unbedingtem Freiheitswillen.

