Aktuelles Kommunales

Vortrag sensibilisiert für Desinformation und Manipulationsversuche

Verfassungsschutz informiert im Ratssaal über „Fakten statt Fakes“

GARBSEN (stp). Wie lassen sich Falschinformationen erkennen? Welche Ziele verfolgen Desinformationskampagnen? Und wie können Bürgerinnen und Bürger ihre Urteilskompetenz im digitalen Informationsraum stärken? Mit diesen Fragen hat sich die Informationsveranstaltung „Fakten statt Fakes“ im Ratssaal der Stadt Garbsen beschäftigt. Als Referent war Markus Böger vom Niedersächsischen Verfassungsschutz zu Gast.

Bürgermeister Claudio Provenzano begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung eines kritischen und bewussten Umgangs mit Informationen. Gerade vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen im September sei es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidungen auf Grundlage verlässlicher Informationen treffen können.

Böger ist Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsschutz und befasst sich seit vielen Jahren mit Fragen der Spionageabwehr, des Wirtschaftsschutzes und sogenannter hybrider Bedrohungen. In seinem rund 75-minütigen Vortrag erläuterte er die Hintergründe und Ziele von Desinformationskampagnen sowie die Methoden, mit denen versucht wird, öffentliche Meinungsbildungsprozesse zu beeinflussen. Dabei machte Böger deutlich, dass Desinformation ein wesentlicher Bestandteil hybrider Bedrohungen sein kann. Ziel entsprechender Kampagnen sei es häufig, Vertrauen in demokratische Institutionen zu schwächen, gesellschaftliche Spannungen zu verstärken oder Verunsicherung zu erzeugen. Besonders Wahlen stünden dabei immer wieder im Fokus entsprechender Einflussversuche.

Anhand konkreter Beispiele zeigte der Referent auf, wie sich manipulative Inhalte verbreiten und welche Merkmale auf gezielte Desinformation hinweisen können. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Hinweise, wie Quellen überprüft und Informationen kritisch eingeordnet werden können.

Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten ins Gespräch zu kommen. Die Diskussion machte deutlich, dass das Thema viele Menschen beschäftigt und ein großes Interesse daran besteht, den Umgang mit digitalen Informationen sicherer und bewusster zu gestalten. „Demokratie lebt vom informierten Austausch und von der Fähigkeit, unterschiedliche Informationen kritisch zu bewerten“, sagt Bürgermeister Provenzano. „Die Veranstaltung hat wichtige Impulse gegeben und gezeigt, wie entscheidend Medien- und Informationskompetenz für unsere Gesellschaft geworden sind.“