Hannover, den 26. Mai 2026. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen und der Fachverband Werte und Normen – Ethische und Humanistische Bildung in Niedersachsen e. V. begrüßen die Einführung des Schulfachs „Werte und Normen“ ab dem Schuljahr 2026/2027 als Pflichtfach in öffentlich allgemeinbildenden Grundschulen, so wie es das Niedersächsische Kultusministerium in der Mai-Ausgabe seines Schulverwaltungsblatts angekündigt hat.
„Darauf haben wir sehr lange hingearbeitet“, sagt Jonas Riebeling, Vorsitzender des Fachverbands Werte und Normen e. V.. Nachdem „Werte und Normen“ seit den 1980er Jahren nur ab Klassenstufe 5 angeboten wurde, startete zum Schuljahr 2017/18 ein Pilotprojekt an Grundschulen in Niedersachsen. Ab dem 1. August 2026 wird „Werte und Normen“ nun vollständig als Pflichtfach in den öffentlichen allgemeinbildenden Grundschulen, Förderschulen (außer Förderschulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) sowie Primarbereichen an verbundenen Schulformen aufsteigend ab dem Schuljahrgang 1 eingeführt. Der Unterricht findet auf der Grundlage des neuen Kerncurriculums „Werte und Normen“ statt, an dem der HVD Niedersachsen beratend mitgewirkt hat und das ebenfalls zum 1. August 2026 in Kraft gesetzt wird.
„Schülerinnen und Schüler sowie Eltern haben ein Recht auf einen religionskundlichen,konfessionell neutralen und wertebildenden Unterricht, der Zugänge zuphilosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragestellungen vermittelt“, betontRiebeling. „Als Schulfach erfüllt‚ Werte und Normen‘ eine wichtige gesellschaftlicheAufgabe: Hier werden grundlegende Werteorientierungen reflektiert, die für ein
demokratisches und tolerantes Zusammenleben aller Kulturen, Religionen undWeltanschauungen unabdingbar sind.“ Als nächstes wollen sich die Verbände dafür engagieren, dass die Ausbildung der Lehrenden nicht nur aus Fortbildungen besteht, sondern ein Lehrstuhl für „Werte und Normen“ an Grundschulen eingerichtet wird.
