KBNK Architekten aus Hamburg gewinnen Wettbewerb für die neue Stadtbahnendhaltestelle Garbsen-Mitte
GARBSEN (stp). Eine geschwungene Dachlandschaft, eine filigrane Konstruktion und ein begrüntes Dach: Der Entwurf des Hamburger Architekturbüros KBNK Architekten GmbH hat den Wettbewerb um die Gestaltung der neuen Stadtbahnendhaltestelle „Garbsen-Mitte“ gewonnen. Die Jury überzeugte insbesondere die organische Formensprache, die gelungene Einbindung in die Umgebung und die Idee, einen Ort zu schaffen, der mehr bietet als eine reine Umsteigestation.
Bürgermeister: Ein einladender Ort für die neue Stadtmitte
Bürgermeister Claudio Provenzano sieht in der Entscheidung einen wichtigen Schritt für die Entwicklung Garbsens: „Mit dem Siegerentwurf bekommt ein zentraler Ort unserer Stadtmitte ein Gesicht. Die neue Endhaltestelle wird für viele Menschen der erste Berührungspunkt mit Garbsen-Mitte sein. Deshalb ist es wichtig, dass sie nicht nur funktioniert, sondern auch einladend ist und sich gut in ihre Umgebung einfügt. Besonders gefällt mir die Idee, mit der Dachlandschaft einen Ort zu schaffen, an dem Menschen gerne ankommen, umsteigen und sich aufhalten. Das ist ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen neuen Stadtmitte.“
Dr. Stefan Klein, Fachbereichsleitung Verkehr der Region Hannover, betont: „Besonders gut gefällt uns als Region, wie durch die Gestaltung des Daches eine hohe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum entsteht und diese mit den funktionalen Anforderungen an einen Umsteigeknoten kombiniert wird. Die Nachhaltigkeit des ÖPNV wird durch Dachbegrünung und integrierte Photovoltaikmodule unterstrichen.“
Auch für die infra ist die Entscheidung ein wichtiger Meilenstein. Christian Weske, Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH, erklärt: „Der Siegerentwurf überzeugt sowohl durch seine Eleganz als auch seine Funktionalität für die Fahrgäste des ÖPNV. Der Umstieg zwischen Bus und Stadtbahn ist großzügig gestaltet und witterungsgeschützt. Die begrünte Dachlandschaft stellt ein einladendes Entree zur Stadtbahn dar und wirbt so positiv für die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs.“
Geschwungene Dachlandschaft mit hoher Aufenthaltsqualität
Mit der Entscheidung steht die architektonische Grundlage für einen der künftig prägendsten Orte der neuen Garbsener Stadtmitte fest. Die geplante Endhaltestelle soll weit mehr sein als ein funktionaler Haltepunkt. Mit ihrer Architektur soll sie Orientierung geben, Aufenthaltsqualität schaffen und der neuen Stadtmitte ein charakteristisches Gesicht verleihen. Der Siegerentwurf verbindet diese Anforderungen mit einer eigenständigen Dachlandschaft, die Stadtbahn- und Bushaltestellen gestalterisch zusammenführt und zugleich die angrenzenden Stadträume aufwerten soll.
Die Jury würdigte insbesondere die leicht geschwungene, skulpturale Form des Entwurfs. Die ausladende Dachfläche bildet im Norden eine einladende Geste für ankommende und umsteigende Fahrgäste. Zugleich eröffnet die Gestaltung Möglichkeiten, die angrenzenden Platzflächen und die Verbindung zum Shoppingcenter im Osten aufzuwerten. Die Stadtbahnen werden gestalterisch in den Baukörper hinein- und aus ihm herausgeführt. Auch die unmittelbar angrenzenden Bushaltestellen sollen sich in die Dachlandschaft einfügen, sodass ein Wechsel zwischen Bus und Stadtbahn unter dem gemeinsamen Dach möglich wird.
Die filigrane Konstruktion vermittelt eine leichte, beinahe schwebende Wirkung. Durch die offene Gestaltung bleiben gute Sichtbeziehungen und ein Überblick über den Haltestellenbereich erhalten. Das begrünte Dach soll zudem einen Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums leisten. Ergänzend sieht der Entwurf punktuell aufgeständerte Photovoltaikmodule vor.
Sechs Entwürfe im Architekturwettbewerb
Für den Wettbewerb hatte die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) im Juni 2026 einen architektonischen Ideenwettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) ausgelobt. Sieben Architekturbüros waren eingeladen, sechs reichten ihre Arbeiten fristgerecht ein. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der infra, der ÜSTRA, der Region Hannover, des Rates der Stadt Garbsen und der Stadtverwaltung bewertete die eingereichten Entwürfe.
Nächste Schritte und Kostenrahmen
Die weitere Ausarbeitung des ausgewählten Entwurfs erfolgt durch die TransTecBau GmbH Hannover als Auftragnehmerin der infra. Im weiteren Planungsprozess wird der Entwurf konkretisiert und an die technischen, funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen angepasst. Für die Realisierung der Dachlandschaft ist derzeit ein Kostenrahmen von rund 3,6 Millionen Euro netto vorgesehen. Die Finanzierung ist über die 2024 zwischen der Region Hannover, der infra und der Stadt Garbsen geschlossene Kostenteilungsvereinbarung geregelt.
Stadtbahnverlängerung bis in die Stadtmitte
Die neue Endhaltestelle ist Teil der geplanten Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 von der heutigen Endhaltestelle Garbsen-Auf der Horst am Planetencenter bis in die Stadtmitte. Die Strecke soll um rund 1.100 Meter verlängert und um zwei neue Haltestellen ergänzt werden. Künftig sollen unter anderem Rathaus, Shopping-Plaza, Kino und Nord-West-Zentrum direkt mit der Stadtbahn erreichbar sein.
Die Stadtbahnverlängerung ist ein gemeinsames Projekt der Region Hannover, der Stadt Garbsen und der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra). Die infra übernimmt als Vorhabenträgerin die Verantwortung für das Gesamtprojekt und koordiniert die weiteren Planungen gemeinsam mit der Region Hannover und der Stadt Garbsen.
Anfang 2028 sollen die Planfeststellungsunterlagen eingereicht und der Antrag auf Bundesfördermittel gestellt werden. Damit sollen die Voraussetzungen für die erforderliche Baugenehmigung geschaffen und die Finanzierung des Gesamtprojekts gesichert werden.
Ausstellung im Rathaus bis zum 12. November
Wer neben dem Siegerentwurf auch die übrigen Wettbewerbsarbeiten kennenlernen möchte, kann sich vom 29. Oktober bis zum 12. November in der Rathaushalle einen Überblick über alle sechs eingereichten Entwürfe verschaffen. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.


