Mehr als 300 junge Fußballerinnen und Fußballer kamen beim Solidaritätsturnier des TuS Garbsen zusammen – im Mittelpunkt standen Erinnerung, Zusammenhalt und Hilfe für Betroffene
Garbsen, 7. September 2026 – Es ging an diesem Tag um weit mehr als Tore, Tabellenplätze und Pokale. Beim Solidaritätsturnier des TuS Garbsen am Samstag, 5. September, setzten über 300 junge Fußballerinnen und Fußballer gemeinsam ein Zeichen für Solidarität, Zusammenhalt und gegen Gewalt. Die Idee zu dem Turnier entstand nach den erschütternden Mehrfachtötungen in Stade im Juni dieses Jahres. Auch Menschen aus Garbsen waren von der Tat betroffen.
Initiiert wurde das Turnier von Ragib „Abi“ Cakici, der die Veranstaltung mit großem persönlichem Engagement und gemeinsam mit dem Vorstand des TuS Garbsen, einem engagierten Organisationsteam sowie zahlreichen Helferinnen und Helfern auf die Beine stellte. Rund 20 D-Jugend-Mannschaften waren auf der Sportanlage des TuS Garbsen dabei. Unter der Schirmherrschaft von Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano wurde Fußball zu einem Anlass für Begegnung und ein gemeinsames Zeichen für Respekt, Fairness und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Besonders bewegend war die gemeinsame Schweigeminute, mit der der Opfer der Gewalttat in Stade gedacht wurde. Für einen Moment rückte der Fußball vollständig in den Hintergrund. Die vielen jungen Spielerinnen und Spieler, Familien, Unterstützerinnen und Unterstützer zeigten, worum es an diesem Tag ging: gemeinsam innezuhalten und deutlich zu machen, dass Gewalt Menschen und Gemeinschaften betrifft – und dass Solidarität eine Antwort darauf sein kann.
Auch Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz Niedersachsen, war der Einladung zum Solidaritätsturnier gefolgt. In einer bewegenden und wertschätzenden Rede würdigte er das Engagement des TuS Garbsen und aller Beteiligten. Er zeigte sich beeindruckt davon, wie aus dem Wunsch, den Opfern der Tat in Stade zu gedenken, eine Veranstaltung entstanden ist, die so viele Menschen zusammenbringt. Zugleich betonte er seine Freude über die Einladung und darüber, das besondere Engagement vor Ort persönlich unterstützen zu können.
Stellvertretend für die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen besuchten Barbara Fischer und Michael Berg vom Opferhilfebüro Hannover sowie Silke Lorenz aus der Geschäftsführung der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen das Turnier. Sie zeigten sich beeindruckt von der Atmosphäre und dem großen Engagement vor Ort.
„Wir waren begeistert von der Vielfalt und davon, wie viele Menschen, Kinder und Unterstützerinnen und Unterstützer an diesem Tag zusammengekommen sind“, so Silke Lorenz aus der Geschäftsführung der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen. „Dass unsere Arbeit auf diese Weise wahrgenommen und wertgeschätzt wird, bedeutet uns sehr viel. Dieses Turnier hat eindrucksvoll gezeigt, was entstehen kann, wenn Menschen sich zusammentun und gemeinsam etwas bewegen.“
Ein wichtiger Bestandteil des Tages war die große Tombola. 2.100 Euro kamen dabei für die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen zusammen. Mit dem Erlös wird die Arbeit der Stiftung für Menschen unterstützt, die nach einer Straftat Beratung und Begleitung benötigen.
Neben dem sportlichen Programm sorgten eine Hüpfburg, weitere Angebote für Familien und das große Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher für einen abwechslungsreichen Tag. Am Ende spielten die Platzierungen nur eine Nebenrolle. Zwar wurde auch ein Sieger – das Team Baunatal holte sich den 1.Platz- ermittelt, doch nach dem Gedanken des Turniers waren an diesem Tag vor allem die Gemeinschaft und das gemeinsame Zeichen wichtiger als das Ergebnis auf dem Platz.
Das Team der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen bedankt sich herzlich bei Ragip Cakici, dem Vorstand des TuS Garbsen, dem Organisationsteam, allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den teilnehmenden Mannschaften, Unterstützerinnen und Unterstützern, Sponsoren sowie allen Besucherinnen und Besuchern. Ihr Engagement hat aus einer Idee ein besonderes Turnier gemacht.
2.100 Euro aus der Tombola und eine zusätzliche Spende aus Stade sind das sichtbare Ergebnis. Mindestens genauso wertvoll aber war die Botschaft dieses Tages: Wir stehen zusammen. Wir schauen nicht weg. Und wir lassen Menschen nach einer Gewalttat nicht allein.
