Kommunales

Gemeinsam für mehr politische Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte

Auftaktveranstaltung zur Gründung des „Wir.Lokal.Stark.“-Frauen-Netzwerkes in Garbsen

Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. gründet „Wir.Lokal.Stark“-Frauen-Netzwerk in Garbsen

Hildesheim, den 27. Juni 2026

Mit einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Rathaus der Stadt Garbsen hat der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV) den Start des neuen Projekts „Wir.Lokal.Stark.“ eingeläutet. Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Migrantenorganisationen und Zivilgesellschaft sowie engagierte Frauen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte nutzten die Gelegenheit zum Austausch über politische Teilhabe, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stärkung von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in demokratischen Entscheidungsprozessen.

Das Modellprojekt „Wir.Lokal.Stark.“ läuft bis Dezember 2029 und wird durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ gefördert. Ziel ist es, insbesondere junge Frauen mit Zuwanderungs- und Fluchtgeschichte beim politischen Ein- und Aufstieg zu unterstützen, ihre politische Handlungsfähigkeit zu stärken und nachhaltige, überparteiliche Netzwerke in ländlichen Regionen aufzubauen.

Zum Auftakt begrüßte Claudio Provenzano, Bürgermeister der Stadt Garbsen, die Teilnehmenden und hob die Bedeutung von Vielfalt und demokratischer Beteiligung auf kommunaler Ebene hervor: „Eine starke Demokratie braucht Frauen, die Verantwortung übernehmen und ihre Perspektiven einbringen. Dafür braucht es Netzwerke wie das ‚Wir.Lokal.Stark.‘-Frauen-Netzwerk – aber auch Vorbilder. Deshalb setzen wir in der Stadtverwaltung Garbsen nicht nur auf Gleichstellung in Worten, sondern auch in der Praxis: Frauen übernehmen bei uns Verantwortung in zahlreichen Führungspositionen. Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen und Gleichstellung und Beteiligung möglich machen“, sagt Bürgermeister Claudio Provenzano.

In ihrem Grußwort stellte Galina Ortmann, Geschäftsführerin des BIFeV, die Ziele des Projekts vor: „Politische Teilhabe braucht vielfältige Perspektiven. Frauen mit Zuwanderungsgeschichte leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft, sie sind in den Parlamenten und politischen Gremien auf allen Ebenen unterrepräsentiert. Mit dem ‚Wir.Lokal.Stark‘- Frauen-Netzwerk Garbsen schaffen wir Räume für Austausch, Empowerment und Unterstützung bei Herausforderungen wie Rassismus, Sexismus, Hass und Hetze“.

Einen fachlichen Impuls setzte Dr. Cihan Sinanoğlu, Leiter des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), mit seinem Vortrag „Herausforderungen für das politische Engagement – Hürde Rassismus und Rechtsruck“.

Im Anschluss wurden drei parallel stattfindende Workshops angeboten: „Verwaltung & Sicherheitsbehörden“ mit Britta Schwarz, Leitung des Polizeikommissariats Wunstorf, „Politische Parteien“ mit Engin Sakal, Geschäftsführer des Landesintegrationsrates NRW, sowie „Politisches Engagement von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in Gremien und Parlamenten“ mit Galina Ortmann, Geschäftsführerin des BIFeV in Hildesheim.

Als Expertinnen des „Wir.Lokal.Stark“-Frauen-Netzwerks Garbsen nahmen u.a. Djenabou Diallo-Hartmann, MdL Bündnis 90/Die Grünen, Tatjana Becker, stellvertretende Vorsitzende der SPD Garbsen, Nesrin Göktas, stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende der CDU Garbsen teil. Sie bringen mit ihren unterschiedlichen beruflichen und politischen Erfahrungen wertvolle Perspektiven in das Netzwerk ein und standen den Teilnehmerinnen als Ansprechpartnerinnen, Impulsgeberinnen und Vorbilder zur Verfügung.

„Unser Ziel ist es, Frauen zu stärken, damit sie ihre Perspektiven selbstbewusst in politische Prozesse einbringen und demokratische Strukturen aktiv mitgestalten“, so Ortmann.

Das Projekt „Wir.Lokal.Stark“ unterstützt die Teilnehmerinnen unter anderem durch Empowerment-Workshops, individuelle Beratung, Coachingformate, Mentoring durch Expert*innen und erfahrene Politiker*innen sowie Qualifizierungen in den Bereichen Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit. Ein zentrales Element ist die parteiübergreifende Vernetzung sowie die Stärkung der Resilienz gegenüber rassistischen und sexistischen Anfeindungen. Das Projekt wird mit Kooperationspartnern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg durchgeführt.