Region Hannover, 07. Juli 2026. Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover werden ab dem 1. Oktober 2026 eine gemeinsame Antidiskriminierungsstelle einrichten. Dies haben der Rat der Landeshauptstadt Hannover am 25. Juni 2026 und die Regionsversammlung am 30. Juni 2026 beschlossen. Die Stelle bleibt bei der Landeshauptstadt Hannover angesiedelt und wird ihr Beratungs- und Unterstützungsangebot künftig auf alle Bürger*innen der Mitgliedskommunen der Region Hannover ausweiten.
Was bringt die gemeinsame Antidiskriminierungsstelle den Einwohnenden?
Bisher stand die Antidiskriminierungsstelle der Landeshauptstadt Hannover nur den Einwohner*innen der Landeshauptstadt offen. Mit der neuen Kooperation wird das Angebot auf die gesamte Region ausgeweitet. Zur Umsetzung stellt die Region zusätzliche Ressourcen bereit:
- Aufstockung um 2,5 Stellen
- Finanzielle Mittel für Bildungsangebote, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit
- Jährliche Zahlung von 312.250 Euro für die Personal-, Sach- und Verwaltungskosten
Jens Palandt, Erster Regionsrat: „Die Zusammenarbeit zwischen Region und Landeshauptstadt zeigt, wie wichtig uns der Schutz vor Diskriminierung ist. Diese Stelle wird eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene sein und in der gesamten Region dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen.“
Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt: „Die Region Hannover lebt von ihrer Vielfalt. Mit der gemeinsamen Antidiskriminierungsstelle stärken wir die Prävention, die Aufklärung und die Unterstützung von Betroffenen von Diskriminierung. Die langjährige Expertise der Landeshauptstadt Hannover bildet eine sehr gut Grundlage für die neu geschaffenen Strukturen.“
Was sind die Aufgaben einer Antidiskriminierungsstelle?
Die Antidiskriminierungsstelle der Landeshauptstadt Hannover besteht seit 1998 und hat sich als zentrale Anlaufstelle für Menschen etabliert, die Diskriminierung erfahren oder beobachten. Jährlich werden rund 250 Fälle gemeldet, von denen etwa 15 Prozent bisher nicht bearbeitet werden konnten, weil sie außerhalb der Stadtgrenzen lagen. Mit der neuen Struktur sollen diese Versorgungslücken geschlossen werden. Die Stelle verbindet konkrete Hilfe für Betroffene mit präventiver Arbeit und strategischer Netzwerkbildung:
- Beratung für Bürger*innen sowie Mitarbeitende
- Präventionsarbeit und Netzwerkarbeit zur Vermeidung von Diskriminierung
- Öffentlichkeitsarbeit und Durchführung von Veranstaltungen
- Fachliche und konzeptionelle Arbeit zur Bekämpfung struktureller Diskriminierung
- Stärkung bestehender Netzwerke engagierter Akteur*innen in der Region
