Keine Kategorie

Jugendfeier in Hannover: Junge Humanisten sehentraditionsreiches Angebot unter Druck

Auch im vergangenen Jahr starteten Jungen Humanistinnen und Humanisten aus Hannover und Umgebung im Theater am Aegi feierlich in ihr Erwachsenwerden. Fotos: Thomas Damm

Hannover, den 29. Mai 2026. Am Sonntag, den 14. Juni 2026, veranstalten die Jungen Humanisten (JuHu) Hannover, der Jugendverband des Humanistischen Verbands Deutschlands (HVD) Niedersachsen, ihr diesjährige Jugendfeier. 33 Jugendliche aus Hannover und der Region feiern gemeinsam mit ihren Familien sowie Freundinnen und Freunden den symbolischen Übergang ins Erwachsenenleben im Theater am Aegi in Hannover. Zum Festprogramm gehören auch eigenen Beiträge der JuHus, die die Feier aktiv mitgestalten.

„Die humanistische Jugendfeier ist eine religionsfreie Alternative zu Konfirmation und Firmung und knüpft an eine lange Tradition nichtreligiöser Jugendfeiern an“, erklärt Sascha Jankowski, Jugendbildungsreferent des HVD Niedersachsen. In Hannover wird sie seit Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltet. Bestandteil der Jugendfeier sind neben dem Festakt auch Seminare, Workshops und gemeinsame Fahrten, in denen sich die Jugendlichen mit Fragen zu Werten, Demokratie, Verantwortung und ihrer eigenen Zukunft auseinandersetzen.

Das Angebot der Jugendfeier steht zunehmend unter Druck, berichtet Jankowski: „Fehlende ehrenamtliche Ressourcen, steigende organisatorische Anforderungen und veränderte Rahmenbedingungen erschweren die Durchführung der vorbereitenden Veranstaltungen sowie die der Jugendfeier in ihrer bisherigen Form. Hinzu kommen die Auswirkungen der aktuellen kommunalen Fördersystematik, durch die kleinere Jugendverbände zunehmend unter strukturellen Druck geraten.“ Für die Jungen Humanisten Hannover führte dies Anfang dieses Jahres zur Streichung der kommunalen Förderung der Jugendverbandsarbeit.

„Die Jugendfeier lebt nicht nur vom Festakt selbst, sondern vor allem auch von der gemeinsamen Vorbereitungszeit und den Bildungsangeboten“, betont Jankowski. „Es ist sehr schade, dass uns die veränderten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dazu zwingen, ein über viele Jahre gewachsenes und gut funktionierendes Angebot in seiner bisherigen Form infrage stellen zu müssen.“

Der Jugendverband kündigt an, die zukünftige Ausrichtung seiner Angebote neu bewerten zu müssen. Wie die Jugendfeier künftig organisiert und umgesetzt werden kann, ist derzeit offen. „Wir wollen mit unserer Jugendarbeit aber auch weiterhin Räume schaffen, in denen sich junge Menschen mit sich selbst, ihrer Umwelt und ihren Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen können“, wünscht sich Jankowski.