„Großer Runder Tisch“: Singletrails sollen schnellstmöglich entstehen
Region Hannover/Deister, 26.02.2026. Gegenseitige Rücksichtnahme und ein faires Miteinander auch bei inhaltlichen Differenzen: Dazu haben sich beim „Großen Runden Tisch Deister“, dem regelmäßigen Austauschformat für alle Akteure, heute 26 Organisationen mit dem Unterzeichnen des „Kodex Deister“ bekannt. Die Deister-Kommunen und Institutionen aus den Bereichen Verwaltung, Forst, Sport und Freizeit, Jägerschaft sowie Naturschutz legen damit den Grundstein für eine gute Zusammenarbeit bei den zahlreichen Fragestellungen rund um den Höhenzug.
Was ist der Kodex Deister?
Der Kodex Deister wurde in den vergangenen zwei Jahren als Teil des laufenden Aktionsprogramms der Region erarbeitet. Die freiwillige Selbstverpflichtung soll als Verhaltensgrundlage dienen und dabei helfen, die vielfältigen Nutzungsinteressen im Deister besser miteinander zu verbinden und Konflikte zu vermeiden. Zum Mitwirken in der Arbeitsgruppe waren alle Mitglieder des Runden Tischs eingeladen.
Jens Palandt, der Erste Regionsrat der Region Hannover berichtet: „Bei der Kodex-Erarbeitung ist das gelungen, was wir auch im gesamten Deister hinbekommen wollen: Es gab zahlreiche strittige Punkte, trotzdem wurde in konstruktiven Debatten ein gemeinsamer Nenner gefunden. Ich bin überzeugt davon, dass es uns bei der Beantwortung von richtungsweisenden Fragen zur Zukunft des Deisters in den kommenden Jahren hilft, wenn Interessengruppen an einem Tisch sitzen, die sich respektvoll begegnen, weil sie sich klar zu gemeinsamen Werten bekennen.“
Was steht im Kodex?
Der Kodex formuliert fünf Grundsätze, die die Unterzeichnenden zukünftig leiten sollen:
- Schön, dass du da bist!
- Wir sind zu Gast in der Natur.
- Wir bleiben auf den Wegen.
- Wir nehmen Rücksicht aufeinander.
- Wir respektieren Eigentum, Forst- und Jagdwirtschaft.
Der vollständige Text ist unter www.hannover.de/aktionsprogramm-deister abrufbar.
Wer hat den Kodex unterzeichnet?
Der Kodex wird bereits zum Start von einem breiten Akteursspektrum getragen. In einigen Institutionen befindet sich die Kodex-Unterzeichnung noch im Gremienlauf oder im internen Abstimmungsprozess. Sie schließen sich den Grundsätzen voraussichtlich in den kommenden Wochen und Monaten an. Das Unterzeichnen ist auch in Zukunft jederzeit möglich.
Erstunterzeichnende sind: Region Hannover, Samtgemeinde Rodenberg, Gemeinde Wennigsen, Stadt Springe, Landkreis Schaumburg, Landkreis Hameln-Pyrmont, Stadt Bad Münder, Niedersächsische Landesforste, Klosterforsten, Freiherr Knigge’sche Miteigentümerschaft, Forstgenossenschaft Wennigsen-Argestorf, Forstgenossenschaft Barsinghausen-Altenhof, Realverband der Interessenten des Bürgerwaldes Rodenberg, Sportring Barsinghausen, Regionssportbund Hannover, Wander- und Gebirgsverein Hannover, Naturpark Weserbergland, NABU Wennigsen, NABU Springe, BUND Region Hannover, Jägerschaft Hannover Land, Jägerschaft Springe, Jägerschaft Schaumburg, Jägerschaft Hameln, LEADER-Region Östliches Weserbergland und Biketime GmbH.
Worum ging es beim Großen Runden Tisch noch?
Bei Großen Runden Tisch zog Jens Palandt eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren Aktionsprogramm Deister. Fazit: „Wir haben positive Entwicklungen angestoßen und die Grundlage für eine tragfähige Gesamtlösung geschaffen. Wir sind aber noch nicht am Ziel: Jetzt gilt es, die guten Ansätze in die Praxis zu bringen.“ Das Aktionsprogramm soll deshalb in diesem Jahr fortgesetzt werden.
Ein wichtiges Ziel ist der Aufbau eines neuen, naturverträglichen Angebots für die Mountainbike-Community. Für die drei bisherigen Downhilltrails waren Ende 2025 sowohl die naturschutzrechtlichen Ausnahmeregelungen als auch der Nutzungsvertrag ausgelaufen, sie dürfen daher nicht mehr genutzt werden. Geeignete Strecken für Singletrails entlang bestehender Wege wurden im Rahmen des Aktionsprogramms bereits identifiziert, Flächen für die ersten Kilometer stellen die Niedersächsischen Landesforsten zur Verfügung. Derzeit ist die Region Hannover in konkreten Gesprächen mit einem möglichen Träger der Trails. Sobald die Trägerschaft geklärt ist, soll schnellstmöglich der Aufbau beginnen.
Die Möglichkeit der Gründung eines Naturparks „Deister und Calenberger Land“ hat die Region in den politischen Gremien der sieben potenziell betroffenen Städte und Gemeinden vorgestellt. Ein Naturpark könnte kommunenübergreifend Aufgaben wahrnehmen, eigene Ranger einsetzen und die Trägerschaft von Projekten übernehmen. Im nächsten Schritt soll mit den Kommunen geklärt werden, ob und mit welcher Zielsetzung und Flächenkulisse ein Naturpark entstehen soll.


