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Neue Wohnraumförderung für mehr bezahlbaren Wohnraum

Region stellt neue Förderbausteine vor

Hannover, 09.03.2026. Die Region Hannover richtet ihre Wohnraumförderung grundlegend neu aus, um mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Drei neue Förderrichtlinien sollen künftig Städte und Gemeinden stärker unterstützen, Investitionen erleichtern und zusätzliche Belegungsrechte sichern. Der zuständige Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Teilhabe hat heute (9. März) grünes Licht gegeben. Stimmt die Regionsversammlung am 21. April ebenfalls dafür, könnte das neue Wohnraumförderprogramm schon Mitte des Jahres an den Start gehen.

Warum stellt die Region die Wohnraumförderung neu auf?
Hintergrund ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Steigende Baukosten, höhere Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten haben dazu geführt, dass Investitionen in den Neubau von Mietwohnungen zurückgehen. Gleichzeitig werden bestehende Förderangebote zunehmend seltener genutzt, weil sie unter den aktuellen Marktbedingungen für Investierende weniger attraktiv sind. „Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen gehört zu den größten sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb entwickeln wir unser Wohnraumförderprogramm erneut weiter und schaffen Instrumente, die besser zu den aktuellen Bedingungen am Wohnungsmarkt passen“, sagt Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke. „Unser Ziel ist, mehr Projekte zu ermöglichen und gleichzeitig langfristig gebundenen Wohnraum für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu sichern.“

Wie sieht das neue Wohnraumförderprogramm aus? 
Kern der geplanten Neuausrichtung sind drei Förderbausteine. Zum einen sollen Städte und Gemeinden stärker bei der Vorbereitung von Wohnungsbauprojekten unterstützt werden. Künftig können Beratung und Planung bezuschusst werden, etwa für Potenzialanalysen oder Projektkonzepte. Zusätzlich soll erstmals auch der kommunale Erwerb von Grundstücken gefördert werden, wenn dort sozial geförderter Wohnraum entstehen soll.

Ein zweiter Baustein richtet sich direkt an Investierende und soll den sozialen Mietwohnungsbau stärken. Gefördert werden können künftig sowohl Neubauten als auch Umbauten, Erweiterungen oder die Wiederbelebung leerstehender Wohnungen. Auch innovative Wohnformen, gemeinschaftliche Projekte, altengerechte Wohnungen oder kleinere Bauvorhaben sollen speziell unterstützt werden.

Der dritte Förderbaustein ergänzt die Wohnraumförderung des Landes Niedersachsen. Investierende, die bereits Landesmittel für sozialen Wohnungsbau nutzen, können künftig zusätzliche Zuschüsse der Region erhalten. Im Gegenzug erhält die Region Belegungsrechte für Wohnungen, die anschließend gezielt an Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen vermittelt werden können.

„Die neuen Instrumente sollen Kommunen mehr Möglichkeiten geben, Wohnungsbau aktiv zu steuern und Investitionen gezielt auf Flächen zu lenken, auf denen bezahlbarer Wohnraum entstehen kann“, so Hanke.

Zahlen und Fakten zum sozialen Wohnraum in der Region Hannover

Neben der Neubauförderung nutzt die Region Hannover bereits heute verschiedene Instrumente, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Ein Beispiel ist der Ankauf von Belegungsrechten an bestehenden Wohnungen. Seit 2017 wurden auf diesem Weg Belegungsrechte an insgesamt 372 Wohnungen erworben. Rund drei Viertel dieser Wohnungen sind für eine Laufzeit von 30 Jahren gebunden und sichern damit langfristig sozial gebundenen Wohnraum. Insgesamt konnten dadurch Wohnungen für mehr als 1.000 Menschen in der Region bereitgestellt werden. Für den Ankauf der Belegungsrechte wurden bislang rund 19,4 Millionen Euro investiert. Mit den Belegungsrechten unterstützt die Region insbesondere Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt oft nur schwer bezahlbaren Wohnraum finden. Dazu gehören Alleinerziehende, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Personen in besonderen sozialen Lebenslagen. Auch Bewohnerinnen von Frauenhäusern oder Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, sollen damit leichter Zugang zu geeignetem Wohnraum erhalten.