Kommunales Kultur

Schauspiel zu sozialer Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität

Simone de Beauvoirs „Die unnützen Mäuler“ ist in der Aula/Mensa zu sehen

GARBSEN (stp). Bedeutet Solidarität, sich gegenseitig zu schützen – oder bedeutet sie manchmal auch, das Unvorstellbare zu tun? Dieser Frage geht das Theater für Niedersachsen am Sonnabend, 14. März, 19 Uhr, in dem Stück „Die unnützen Mäuler“ der Philosophin Simone de Beauvoir in der Aula/Mensa im Schulzentrum I, Planetenring 7, nach. Karten gibt es auf www.garbsen.de/onlinetickets und im Kulturbüro der Stadt Garbsen. Um 18.30 Uhr bietet das Theater für Niedersachsen Interessierten eine kostenlose Einführung an.

Was wäre, wenn die Oberen einer in Kriegszeiten belagerten Stadt beschließen würden, alle „unnützen Mäuler“ zu opfern, weil nur so die Stadt gerettet werden könnte? Und mit „unnützen Mäulern“ wären alle Frauen, Kinder und alten Menschen gemeint! Basierend auf dieser unfassbaren Ausgangssituation, die beim heutigen Weltgeschehen leider gar nicht mal abwegig erscheint, schrieb Simone de Beauvoir ihr erstes und einziges Theaterstück. Über die dem Stück zugrundeliegende Idee äußerte sie sich selbst: „Rechtfertigt der Zweck in jedem Falle die Mittel? Darf man, um einen begonnenen Kampf zum Sieg zu führen, die Beweggründe opfern, welche erst diesem Kampf seinen Sinn geben?“

In ihrem Stück gelangen die Stadtoberen am Ende zu der Erkenntnis, dass ein um diesen schlimmen Preis erkaufter Sieg die größte aller Niederlagen wäre, denn „in einer wahren Gemeinschaft gibt es keine unnützen Esser“. Mit scharfem Blick seziert Frankreichs berühmteste Philosophin Simone de Beauvoir in ihrem einzigen Theaterstück das kalte Kalkül der Politik und das Wesen menschlicher Solidarität. 1945 in Paris uraufgeführt, stellt das selten gezeigte Drama eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist: Bedeutet Solidarität sich gegenseitig zu schützen – oder bedeutet sie manchmal auch, das Unvorstellbare zu tun?

Uraufgeführt 1945 in Paris, ist das Stück ein beeindruckendes Werk zum großen Themenkomplex der sozialen Verantwortung und gesellschaftlichen Solidarität, der derzeit in aller Munde und wichtiger denn je ist – geschrieben von einer Ausnahmeliteratin, die ihrer Zeit weit voraus war. Für das leibliche Wohl sorgt die Kellerbühne Garbsen. Karten für 23, 21 oder 19 Euro gibt es unter www.garbsen.de/onlinetickets und im Kulturbüro, das Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr öffnet.