Kommunales Kultur

Vom Dorf zur Stadt: Berenbostel wandelt sein Gesicht

Auch die Entwicklung der Ratsschule ist Thema des Historischen Stadtteilrundgangs durch Berenbostel.

Historischer Stadtteilrundgang führt zu angeregten Gesprächen

GARBSEN (stp). Vom Dörfchen zum urbanen Stadtteil: Berenbostel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter entwickelt. Das wurde beim Historischen Stadtteilrundgang deutlich, den Stadtarchivar Sören Lindner mit vielen Fakten zu bereichern wusste. „Wer die Geschichte eines Stadtteils kennt, versteht besser, warum er so aussieht, wie er aussieht. Die historischen Rundgänge helfen dabei, Erinnerungen zu bewahren und sichtbar zu machen, wie frühere Generationen unsere Stadt geprägt haben“, sagt Bürgermeister Claudio Provenzano.

Am Dorfplatz beispielsweise wurde deutlich, dass die bis dahin prägenden Fachwerkhöfe ab 1971 sukzessive Geschäftsgebäuden gewichen sind. Grund war die drohende Eingemeindung nach Hannover und der 1971 mit der Stadt Garbsen und den Gemeinden Berenbostel, Stelingen, Horst, Meyenfeld und Schloß Ricklingen geschlossene Grenzänderungsvertrag, der aus Berenbostel einen Wirtschafts- und Verwaltungsstandort machen sollte. An der Roten Reihe folgte auf die Spar- und Darlehenskasse später die Kreissparkasse. In das Geschäftshaus in der Dorfstraße 2 zogen nacheinander die Commerzbank, Gemischtwarenläden, Friseure und eine Apotheke ein. Hinzu kamen parallel über die Jahre beispielsweise noch Blumen Weber oder die Schlachtereien Barthel und Lasdowski. Die traditionellen Gastwirtschaften, die heute nicht mehr alle als solche existieren, sind dennoch weiter präsent: „Zum Dicken Fritz“, „Reddert“ und „Döpke“ („Zur Post“). Über den Wandel  rund um den Dorfplatz entstanden in der Gruppe angeregte Gespräche.

Die Ratsschule entwickelte sich aus drei Gebäuden in der Dorfstraße von 1781 (Nr. 26), 1891 (Nr. 30) und 1913 (Nr. 28), die mitunter als Volks- und Grundschule, aber auch als Sitz der Gemeindeverwaltung genutzt wurden. Das umgebaute Schulhaus von 1781 diente bis 1971 als Sitz der Gemeindeverwaltung, die dann in das Gebäude im Birkenweg 1-3 zog. Jenes Haus diente nach dem Auszug kurzzeitig als Jungendheim, brannte im selben Jahr ab und wurde abgerissen. Die Jugendarbeit zog später in das Haus an der Dorfstraße 30 ein („Haus der Jugend“) und an das Haus an der Dorfstraße 28 wurden 1950/1951 die Erweiterungen der Ratsschule angebaut.

Auf vielfachen Wunsch setzt die Stadt Garbsen die Rundgänge, die 2024 zum 50-jährigen Jubiläum der Gebietsreform in Niedersachsen begonnen haben, in diesem Jahr fort. Nachdem die 13 Garbsener Stadtteile anhand von jeweils sechs bis acht Stationen historisch beleuchtet worden waren, beschäftigen sich die aktuellen Rundgänge mit Schwerpunktthemen der Stadtteile. Der nächste Historische Stadtteilrundgang führt am 17. August durch Horst. Anmeldungen sind in Kürze nur online möglich, und zwar auf der Seite www.garbsen.de/stadtteilrundgaenge.