Aktuelles

Gedenkstätte Ahlem: Veranstaltungen im Mai

Auf dem Programm: Vortrag zur Politischen Bildung / Lesung mit Heidrun Benneckenstein entfällt

Hannover, 20.04.2026

Politische Bildung als Mittel der Demokratisierung der Deutschen nach 1945“

Vortrag von Dr. Tim Schanetzky

Wann:           Donnerstag, 21. Mai 2026, 19 Uhr

Wo:               Haus der Region, Raum 602, Hildesheimer Str. 20, 30169 Hannover

Eintritt:         frei

Mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus rückte politische Bildung wieder in den Blickpunkt der Politik. Im aktuellen Streit gerät aber leicht in Vergessenheit, dass seit 1945 um die Demokratisierung der Deutschen gerungen wird. Diese Auseinandersetzungen begannen mit der alliierten Reeducation, erlebten im Kalten Krieg einen ersten Höhepunkt, gehörten zu den Schauplätzen von „Achtundsechzig“ wie der politischen Tendenzwende und setzen sich fort bis in die Gegenwart. Tim Schanetzky zeigt in seinem Vortrag, wie ihre Rekonstruktion Einblicke in die sich verändernden zeitgenössischen Vorstellungen von der Demokratie ermöglicht. Welche Gefahren jeweils wahrgenommen und worin die Antworten gesehen wurden, bildete sich ebenso in der Politik der politischen Bildung ab.

Tim Schanetzky ist seit 2022 Inhaber einer Heisenberg-Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Zuvor lehrte er Neuere und Neueste Geschichte in Jena, Marburg, Wien, Bayreuth und New York. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der Demokratiegeschichte die Geschichte des Kapitalismus sowie die politische Ideengeschichte.

Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in einer Neonazi-Familie“

Achtung: Die Lesung mit Heidrun Benneckenstein entfällt!

Wann:           Sonntag, 31. Mai 2026, 15 Uhr

Wo:               Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

Eintritt:         frei

Als Aussteigerin aus der Neonazi-Szene liest Heidrun Benneckenstein aus ihrer packenden Autobiographie: Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut auszusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt.

Deutschland, Ende der 1990er, ein idyllisches Dorf bei München. In Heidis Familie ist die Zeit stehen geblieben. Als kleines Mädchen wird sie in konspirative Ferienlager der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ geschickt, wo schon für die Kleinen paramilitärischer Drill auf dem Programm steht. Dort lernt sie auch, das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 in Holz zu sägen. Mit fünfzehn nimmt Heidi an rechten Aufmärschen teil, hetzt gegen Ausländer und prügelt auf einen Fotografen der „Lügenpresse“ ein. Heidis Welt bekommt erste Risse, als sie Felix kennenlernt, einen nicht mehr restlos überzeugten Liedermacher aus der rechten Szene. Mit zwanzig vollzieht sie die komplette Kehrtwende, bricht den Kontakt zu ihrer Familie ab, taucht unter, lässt die Welt der alles umfassenden Nazi-Ideologie hinter sich und durchläuft ein Aussteiger-Programm. Hier erzählt sie die Geschichte ihrer zwei Leben.

Öffnungszeiten der Gedenkstätte Ahlem:

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 10 bis 15 Uhr
Freitag, 10 bis 14 Uhr
Sonntag, 11 bis 17 Uhr
Montag, Samstag und an Feiertagen geschlossen.

An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat wird um 14 Uhr eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung angeboten. Wer an dieser Führung teilnehmen möchte, wird um Anmeldung unter Telefon (0511) 616-23745 gebeten. Aktuelle Infos gibt es hier: www.gedenkstaette-ahlem.de